„An die Patienten wird zuletzt gedacht“
Münchner Merkur - 07. September 2020

„An die Patienten wird zuletzt gedacht“

Mediziner Martin Marianowicz klagt Gesundheitssystem an – und erklärt, wie man sich wehren kann

Mediziner Martin Marianowicz klagt Gesundheitssystem an – und erklärt, wie man sich wehren kann

Wie oft er das schon erlebt hat – Martin Marianowicz hat aufgehört zu zählen. Immer
wieder kommen Patienten montags in seine orthopädische Privatpraxis in München, erzählen ihm, dass sie sich am Wochenende den Knöchel verstaucht, den Arm verrenkt, das Knie verdreht hätten; dass sie im Krankenhaus geröntgt worden seien – und nach Hause geschickt. Mit der Bitte: „Gehen Sie am Montag zum Orthopäden.“ Da stehen sie dann, und Marianowicz fragt sie nach dem Röntgenbild. Die immer gleiche Antwort: „Das haben sie mir nicht mitgegeben.“ Wenn der Mediziner die Kollegen in der Klinik anruft und um das Bild bittet, wird auf Datenschutzgründe verwiesen. Er solle eine Schweigepflichtsenthebung schicken, dann bekomme er die Röntgenaufnahmen. „Bis ich sie tatsächlich habe, sind Tage vergangen“, ärgert sich der 65-Jährige.
Die Konsequenz: Er muss selbst noch einmal Bilder machen. 

Unnötige Kosten für den Patienten. Und weiterer Beleg für eine These, die Marianowicz seit Jahren vertritt: „Wir leisten uns ein exorbitant teures Gesundheitssystem, das wir so nicht weiterführen können.“

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