Der Rücken kann sich fast immer selbst heilen
neue Woche - 05. September 2017

Der Rücken kann sich fast immer selbst heilen

Es ist ein Kreuz mit diesen Schmerzen. Meist kommen sie völlig überraschend und schlagen heftig zu. Ob im Nacken oder im Lendenwirbelbereich – von einem Tag auf den anderen werfen sie uns aus der Bahn. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit: Mehr als 80 Prozent der Deutschen waren schon mindestens einmal betroffen davon. Die meisten quälen sich jahrelang damit. Wir haben mit dem renommierten Orthopäden Dr. Martin Marianowicz gesprochen: Was sind die Ursachen? Was hilft wirklich?

Warum hat gefühlt eigentlich jeder „Rücken“?

Die Erfindung des Computers ist für die Wirbelsäule ein Desaster: Unsere Arbeitswelt ist rückenfeindlich geworden. Es gibt keine Bewegung mehr. Aber in Zeiten von Smartphone & Co. geht es ja bereits in der Schule los. Schon Zehnjährige schneiden in Rückentests, in denen geprüft wird, wie fit und koordiniert sie muskulär sind, miserabel ab.

Was müssen die Schüler zum Beispiel machen?

Einfache Halteübungen, etwa bei geradem Rücken leicht in die Knie gehen, Arme nach vorne ausstrecken und 60 Sekunden halten.

Es liegt vor allem am Bewegungsmangel?

Auf jeden Fall! Es gibt zwar auch andere Ursachen wie Stress, aber vor allem fehlt uns Bewegung. Am Ende des 19. Jahrhunderts liefen die Menschen im Schnitt noch zwölf Kilometer am Tag, heute schaffen wir nur 500 Meter. Das Fatale: Von dem Bewegungsmangel ist die Physiologie der Wirbelsäule besonders betroffen. Da in den Bandscheiben keine Blutgefäße sind, brauchen wir Bewegung. Sitzen wir acht oder mehr Stunden am Tag, wird die Wirbelsäule in der Zeit nicht ernährt...

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