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Rheuma

Zu den Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zählen heute über 200 einzelne Krankheitsbilder. Gemeinsam haben sie die entzündliche Reaktion an Gelenken, Sehnen, Bindegewebe, Blutgefäßen oder der Haut. Durch eine Fehlregulation des Immunsystems kommt es zu einem Angriff auf die eigenen Körperzellen. Nicht jeder Patient mit einer Gelenkerkrankung hat Rheuma und nicht jeder Mensch mit einem im Blut nachweisbaren Rheumafaktor hat eine rheumatische Erkrankung.

Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (autoimmun-bedingt) zählt man die

  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew )
  • Psoriasis-Arthritis (Gelenkentzündung bei Schuppenflechte)
  • Juvenile idiopathische Arthritis
  • Reaktive Arthritis (nach Infektionen mit Borellien, Chlamydien, Yersinien, Shigellen, Salmonellen, Mykoplasmen und Campylobacter)
  • Kollagenosen
  • Lupus erythematodes
  • Sklerodermie
  • Sjögren-Synrom
  • Polymyositis und Dermatomyositis
  • Morbus Wegener
  • Vaskulitiden (entzündliche Blutgefäßerkrankungen)
  • Polymyalgia rheumatica (entzündlicher Weichteilrheumatismus)


Stoffwechselstörungen, die mit entzündlichen Gelenkerkrankungen einhergehen

  • Gicht (durch Harnsäurekristalle oder andere Kristalle in Gelenken)
  • Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung)
  • Polyarthrose (anlagebedingter vorzeitiger Gelenkverschleiß)


Rheuma ist keineswegs nur eine Erkrankung älterer Menschen. Auch Kinder und Jugendliche  können daran erkranken. Familiär gehäuftes Auftreten von Rheuma legt eine genetische Disposition nahe. 

Kennzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind die spontan auftretende schmerzhafte Schwellung und Rötung eines oder mehrerer Gelenke.

Häufig sind es die Fingergrundgelenke aber auch Knie-, Ellbogen-,Hand- und Schultergelenke. Die Morgensteife ist typisch, im Laufe des Tages und durch Übungen wird die Gelenkbeweglichkeit meist besser. Oft verläuft die Erkrankung schubweise über Wochen und Monate, manchmal gefolgt von beschwerdefreien Intervallen. Die allmähliche Gelenkzerstörung ist dabei das Werk von aggressiven Zellen, die Enzyme (Kollagenasen) produzieren, welche in Knorpel und Knochen eindringen und ihre Struktur zerstören und letztlich zu einer Arthrose führen.

Durch genaue Befragung des Patienten und Untersuchung aller typischerweise betroffenen Gelenke, durch die Ultraschall-Untersuchung und mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, auch mittels Kernspintomografie kann der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung geklärt werden. Blut- und SerumUntersuchungen können die Diagnose bestätigen.

Der Nachweis des sog. Rheuma-Faktors kann aber auch bei anderen nicht-rheumatischen Erkrankungen wie Hepatitis C, Endocarditis (Herzmuskelentzündung) oder Parasitosen positiv sein. Ein negativer Befund schließt eine rheumatoide Arthritis nicht aus. Die Bestimmung des Anticitrullin-Antikörpers (ACPA) ist spezifischer. Meist sind die BSG (Blutsenkungs-geschwindigkeit) und der CRP-Wert im Serum erhöht. Das HLA B27 ist bei der Diagnostik des Morbus Bechterew, ANA und AMA bei Verdacht auf eine Kollagenose zu bestimmen.

Zur Therapie werden Medikamente mit entzündungshemmender Wirkung wie die Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen, oder Coxibe) verordnet. Kortisonpräparate können systemisch in Tablettenform oder mit lokalen Injektionen eingesetzt werden um die Gelenkdestruktion zu stoppen. Basistherapeutika (Methotrexat, Sulfasalazin, u.a.) und in neuerer Zeit auch Biologicals (TNF-Blocker) können die Erkrankung nicht heilen aber die Zerstörung der Gelenk- und Weichteilstrukturen zum Teil aufhalten.

Operative Behandlung der Rheuma-Erkrankung ist dann sinnvoll, wenn durch Entfernung der Gelenksinnenhaut (Synovektomie) der zerstörerische Prozess an einem Gelenk oder an Sehnen nicht medikamentös aufgehalten werden kann. In einzelnen Fällen wird auch eine radioaktive Substanz in das entzündete Gelenk eingespritzt.

Bei fortgeschrittener Zerstörung des Gelenks kann heute in vielen Fällen durch operativen Gelenksersatz (TEP) die Lebensqualität des Patienten wieder verbessert werden.



Praxis Dr. Marianowicz

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