DeutschEnglishПо-русски

Bandscheibe und Bandscheibenerkrankungen

Bandscheiben verzeihen viel, können aber auch Probleme machen. Verzieht sich etwa der umgebende Faserring der Bandscheibe mittig oder zur Seite, spricht man von einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion). Drückt der innere Gallertkern der Bandscheibe so stark auf den Faserring, dass dieser einreißt, ist das ein Bandscheibenvorfall (Prolaps). Wenn bereits Gallertmasse aus dem Faserring in den Wirbelkanal austritt, spricht man von einem sequestrierten Bandscheibenvorfall.

Bandscheibenerkrankung

Das zeichnet die Bandscheibe aus

Zwischen den einzelnen Wirbeln liegen die Bandscheiben als eine Art Puffer. Diese Aufgabe übernehmen sie allerdings nicht alleine, die doppelte S-Form der Wirbelsäule hat ebenfalls eine Stoßdämpfer-Funktion. Die einzelnen Bandscheiben bestehen aus einem ziemlich festen aber elastischen äußeren Faserring und einem weichen, dickflüssigen Gallertkern, der selber nicht durchblutet ist. Dieser Gallertkern besteht je nach Alter und Zustand der Bandscheibe bis zu 90 Prozent aus Wasser und seine Fasern können bis zum 1000fachen ihrer Masse an Feuchtigkeit wie ein Schwamm speichern. Der Druck dieses Kerns hält die einzelnen Wirbel ein wenig auf Abstand.

Das muss die Bandscheibe leisten

Wenn wir uns bewegen, verlagert sich der Gallertkern etwas. Beugen wir uns vor, geht er nach hinten, beugen wir uns nach hinten, geht er ein Stückchen nach vorne. Normalerweise ist so eine Bandscheibe sehr elastisch. Da sie selber keine Blutgefäße besitzt, wird sie einzig und alleine durch Bewegung ernährt. Denn in Bewegung wird die Wirbelsäule be- und entlastet und saugt sich dabei wie ein Schwamm mit Nährflüssigkeit aus dem Wirbelkörper voll. Das macht sie so schön prall.

Durch Belastung im Laufe des Tages wird ein Teil dieser Flüssigkeit wieder aus den Bandscheiben heraus gepresst, der Kern schrumpft ein wenig zusammen, die Wirbel nähern sich einander stärker an. Das ist übrigens auch der Grund, warum man am Abend bis zu zwei Zentimeter kleiner sein kann als morgens. Nachts im Liegen saugen die Bandscheiben dann aus dem umliegenden Gewebe wieder Flüssigkeit auf, regenerieren sich und bilden morgens wieder die prallgefüllten Stossdämpfer für die Wirbelsäule.

Aber: Je älter man wird und je weniger man sich bewegt, um so mehr nehmen die Regenerationsfähigkeit und der Wassergehalt der Bandscheiben ab. Dann kann es passieren, dass der Faserring mürbe wird, sich vorwölbt (Bandscheibenvorwölbung) oder gar reißt (Bandscheibenvorfall).



Praxis Dr. Marianowicz

Törringstraße 6

81675 München-Bogenhausen

Tel: +49 (0)89 41 11 859-0

Fax: +49 (0)89 41 11 859-859