Service für Patienten

 

Durch knöcherne Auswüchse oder sich vorwölbendes Bandscheibengewebe kann es zu Einengungen an den Nervenaustrittslöchern der Wirbelgelenke (Foramenstenose) oder im Spinalkanal (Spinalstenose) kommen. Das führt zu Reizungen der Nervenwurzeln mit diffusen Schmerzen, Taubheitsgefühlen sowie Gehunsicherheit.


Eine Foramenstenose kann durch eine Facettenarthrose entstehen. Durch diesen Gelenkverschleiß kommt es zur vermehrten Bildung von wilder Knochenmasse, die den Nervenaustrittspunkt von hinten einengen kann. Aber auch in den Nervenaustrittspunkt hineinragendes Bandscheibengewebe oder knöcherne Auswüchse der Wirbelkörper können ihn von vorne bedrängen.  Das passiert etwa nach alten Bandscheibenvorfällen oder degenerativen Veränderungen der Bandscheiben (Osteochondrose). Das Ganze führt zu einer Reizung der betroffenen Nervenwurzel mit Ausstrahlung in den Rücken und ins Bein samt Pelzigkeitsgefühlen, Kribbeln, Ameisenlaufen und dem Verlust von Reflexen. Bei der Spinalstenose unterscheidet man nach primärer und sekundärer Form.  Primär bedeutet, dass ein Mensch schon mit einem engen Spinalkanal geboren wird. Viele Menschen über 60 leiden jedoch an einer sekundären abnutzungsbedingten Spinalstenose, also einer erworbenen Verengung des Spinalkanals. Die Verengung kann verschiedene Ursachen haben: geschädigte Bandscheiben, die sich vorwölben, und knöchernde Auswüchse der Zwischenwirbelgelenke (Spondylophyten) aber auch eine Verdickung des Ligamentum flavum, des Bandes, das die beiden Wirbelkörper zusammenhält und die Wirbelsäule zusätzlich stabilisiert. 

Auch nach Bandscheiben-OPs kommt es nicht selten nach 10 bis 15 Jahren zu Spinalstenosen. Patienten spüren diese meist durch diffuse Schmerzen in den Beinen oder im Gesäß, fast ausschließlich beim Gehen oder manchmal im Stehen. Viele beschreiben ein Unsicherheitsgefühl beim Gehen wie aufs Schiffsplanken, Rückenschmerzen, schnelle Ermüdung beim Laufen, manchmal auch Taubheitsgefühle in den Beinen oder im Gesäß. Leider ist die Spinalstenose bei den über 60-jährigen der häufigste Grund für eine oft überflüssige Wirbelsäulenoperation.